Margot Kuijper

Margot Kuijper möchte später in Dritte Welt Ländern arbeiten

'Mein Tipp für Studenten, die ein Auslandspraktikum machen möchten: Fang rechtzeitig an, nach einem Platz zu suchen und zu sparen'
 

Mikrofinanzierung in Indien

Women Self Help Groups in Indien zu unterstützen, das war der Ausgangspunkt von Margot Kuijper für ihr Praktikum. Die 19-jährige Studentin Rural Development and Innovation ist nun im zweiten Studienjahr und möchte später in Dritte Welt Ländern arbeiten. Über die Organisationen JoHo und AMAIDI, die niederländischen Volontären Projekte in Indien anbieten, kam sie an ihren Praktikumsplatz.

'Ich habe mich auf Women Self Help Groups (SHG) konzentriert, eine Form der Mikrofinanzierung. Eine Gruppe besteht aus ungefähr zwölf Frauen, von denen jede im Monat etwas mehr als einen Euro zurücklegt. Unterdessen bekommen sie Kurse von SINAM angeboten, um zum Beispiel Nähen oder Gemüseanbau zu erlernen. Wenn die Frauen genügend gespart haben, beginnen sie zusammen ein Unternehmen und verdienen schließlich Geld. Viele dieser Gruppen haben Schwierigkeiten, den Betrieb zum Laufen zu bringen und meine Aufgabe war es, ihnen dabei zu helfen.

Diskriminierung
In Indien werden Dalits immer noch diskriminiert. Sie haben eine so niedrige Stellung in der Gesellschaft, dass sie keiner Kaste angehören. Kaum jemand möchte mit ihnen Geschäfte machen, was zu großen Hindernissen im Unternehmen führt. Zu Beginn merkte ich nicht viel von der Diskriminierung. Je mehr ich mich jedoch in das Dilemma vertiefte und nachdem ich einige Frauen interviewt hatte, wurde mir klar, dass ich hierfür keine Lösung finden würde.

Ich habe auch für ein paar Wochen in einem Leprakrankenhaus gearbeitet. Ich half einer anderen Volontärin beim Austeilen von Medikamenten von Kleidung. Während eines Besuches in einem Lepradorf wurde ich mit vielen aussichtslosen Situationen konfrontiert, was mich sehr berührt hat.

Unvorstellbar!
Abgesehen von diesen negativen Erfahrungen, hat es mir in Indien sehr gut gefallen! An die andere Kultur musste ich mich erst sehr gewöhnen, die Leute sind wirklich verrückt dort! So ist es dort völlig normal, auf die Straße zu spucken, obwohl alle dort barfuß herumlaufen. Außerdem sind die Inder verrückt nach Filmen und Musik. Man muss einen Monat im Voraus Kinokarten reservieren!

Mein Tipp für Studenten, die ein Auslandspraktikum machen möchten: Fang rechtzeitig an, nach einem Platz zu suchen und zu sparen. Es kostet nämlich ziemlich viel Zeit und Geld, um so weit zu kommen.'