Wildlife Management

Bachelorstudiengang Tiermanagement (BSc)


Berufsfeld
Wildlife Management beinhaltet viel mehr als man zuerst denkt! Es ist ein weitreichendes, vielfältiges und sehr international ausgerichtetes Berufsfeld. Wildlife umfasst alle potenziellen Ökosysteme mit den dazugehörigen nicht domestizierten Tieren, Pflanzen und anderen Organismen sowie den sich darin abspielenden Prozessen: der Biodiversität.

Biodiversität
Unsere Gesellschaft schenkt dem Erhalt der Biodiversität auf nationaler als auch internationaler Ebene stets mehr Aufmerksamkeit. Biodiversität ist für die Menschheit von großer Bedeutung: Sie ist für das richtige Funktionieren von Ökosystemen essenziell. Artenvielfalt, und mit ihr die Ökosysteme, bilden die Grundlage für unsere Nahrungsmittelproduktion, die Regulierung der Wasserqualität, Bienenbestäubung und Naturerholung. Artenvielfalt ist für uns Menschen lebenswichtig! Es ist darum von großer Bedeutung, dass die Biodiversität erhalten bleibt, nicht nur in Naturgebieten, sondern auch in städtischen Gebieten und auf dem Land.

Wildlife Manager
Als Wildlife Manager lieferst du dazu einen wichtigen Beitrag. Kurz zusammengefasst beschäftigt sich das Wildlife Management mit dem Management wilder Tierpopulationen und deren Lebensraum (Natur, Stadt, Agrarlandschaften oder ex-situ in Zoos) mit dem Ziel, Biodiversität und funktionstüchtige Ökosysteme zu erhalten. Immer spielen dabei unterschiedliche soziale, wirtschaftliche und ökologische Interessen eine Rolle, die du als Wildlife Manager gegeneinander abwägen musst. Viele Tierarten werden vom Aussterben bedroht. Dem massiven Verlust der Biodiversität Einhalt zu gebieten, steht jedoch hoch auf der öffentlichen und zunehmend auch politischen Agenda.

Umdenken
Die Tatsache, dass biologische Vielfalt für den Menschen wichtig ist, wird international anerkannt. Bei den Bemühungen, die Biodiversität von beispielsweise Tierpopulationen zu erhalten, spielen u.a. Zuchtbetriebe und Zoos eine Rolle. Doch es findet auch ein Umdenken statt vom eher arten- und/oder gebietsorientierten Schutz hin zum Erhalt und Management von Tierpopulationen als Teil bestimmter Landschaften, dem sogenannten Land- and Seascape Management.

Bedarf
Deshalb besteht Bedarf an Wildlife Managern, die sich mit den Bedürfnissen von Tieren, ihrer Umgebung und den Anliegen der Menschen auskennen. Das kann in Naturgebieten, auf dem Land, aber auch mitten in der Stadt sein. So führen Studenten zum Beispiel gemeinsam mit der Forschungsgruppe Bienengesundheit Untersuchungen zur Diversität wilder Bienen in Leeuwarden durch.

Nicht alles
Aber das ist noch nicht alles. Denke auch an die Verwaltung von Naturgebieten hinsichtlich des Erhalts wilder Tierarten (von Uferschnepfe, Sumpfmaus und Kammmolch bis hin zu Breitmaulnashörnern und Loris) oder das Treffen von Maßnahmen, um den internationalen Handel mit bedrohten Tierarten zu unterbinden. Zum Berufsfeld gehört aber auch, Auswirkungen von Freizeitaktivitäten und dem Bau von Wohnungen oder Windrädern auf den Lebensraum bestimmter Tierarten zu untersuchen. Ebenso wie das Entwerfen ökologischer Vernetzungen von Städten mit außerstädtischen Gebieten, sodass der Austausch zwischen Individuen verschiedener Populationen gewährleistet ist. Oder denke an das Erstellen von Richtlinien für ökologische Bienenhaltung und den schmetterlingsfreundlichen Unterhalt von Straßenböschungen, die Verwaltung von Tierpopulationen in Zoos und vieles mehr.

Stark international orientiert
Schwerpunkte dieser Spezialisierung sind das Management (halb-) wilder Tierpopulationen sowie Forschungstätigkeiten. Das Berufsfeld des Wildlife Management besteht u.a. aus Naturschutzorganisationen wie dem WWF (World Wide Fund for Nature), naturverwaltenden Organisationen, Zoos, Behörden, ökologischen Beratungsbüros und Forschungsinstituten. Dieses Arbeitsfeld ist stark international orientiert: Das Management und der Erhalt bestimmter Tierarten hören nun einmal nicht an der Landesgrenze auf! Aus diesem Grund wird das Berufsfeld Wildlife Management vollständig auf Englisch angeboten.

Gute Kenntnisse
Um den Funktionen dieses Berufsfeldes gewachsen zu sein, sind gute Kenntnisse und ein weitreichendes Verständnis von biologischen Prinzipien, (Tier-)Ökologie und Arten äußerst wichtig. Für eine gute Verwaltung ist es notwendig, die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart kennen. Darüber hinaus benötigst du Kenntnisse von Politik und Management sowie (inter-)nationaler Gesetzgebung, solltest du Forschungen planen, durchführen, analysieren und interpretieren können und Techniken der Feldforschung beherrschen. Alle diese Anforderungen werden im Berufsfeld Wildlife Management behandelt. Außerdem lernst du, im Zusammenhang mit Feldforschungen professionell und verantwortungsvoll mit Tieren umzugehen, und bei der Verwaltung der Biodiversität unserer Landschaften auch kulturelle Gesichtspunkte der verschiedenen beteiligten Gruppen Menschen (Bürger, Landwirte, Behörden, NGOs) zu berücksichtigen.

Spezialisieren
Du hast verschiedene Möglichkeiten, um dich anhand eines vertiefenden Berufsfeldes zu spezialisieren. Im Berufsfeld International Wildlife Management kannst du deine Kenntnisse und Fertigkeiten auf dem Gebiet von Wildlife Management- und Forschungstechniken vertiefen. Hierzu gehört u.a. die Arbeit mit Wildkameras und Sendern, DNA-Forschung, der Einsatz von Sensoren zur Messung des Verhaltens von Tieren oder das Monitoring von Tierpopulationen. Für Studenten, die sich auf das Fangen und den Umgang mit Tieren im Zusammenhang mit Feldforschungen spezialisieren möchten, besteht die Möglichkeit, eine daran angepasste Variante des Berufsfeldes Versuchstierwissenschaften zu belegen. Auf diese Weise kannst du die entsprechenden Befugnisse erwerben, um tatsächlich Tiere fangen zu dürfen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dich zu spezialisieren. Du triffst die Wahl!

Mit dieser Spezialisierung kannst du:

  • Tierpopulationen und deren Lebensraum untersuchen und inventarisieren;
  • (wilde) Tierpopulationen als Teil eines Ökosystems oder in (Semi-)Gefangenschaft verwalten;
  • Naturverwaltungspläne entwickeln und ausführen, naturschutzrechtliche Eingriffsregelungen durchführen;
  • eventuell in internationalem und interkulturellem Kontext ergebnisorientiert und interdisziplinär arbeiten.

Praktikumsmöglichkeiten

Die Auswahl an Praktikumsmöglichkeiten ist groß und ebenso vielseitig wie das Berufsfeld! Beispiele für Praktikumsplätze sind stadtökologische Abteilungen bei Gemeinden, Zoos im In- und Ausland, naturverwaltende Organisationen wie Staatsbosbeheer und Natuurmonumenten, aber auch Forschungseinrichtungen wie ökologische Beratungsbüros, das Meeresforschungsinstitut IMARES, Umweltforschungsinstitut ALTERRA oder die Reichsuniversität Groningen. Praktika im Ausland sind sehr beliebt. So haben Studenten bereits Praktika absolviert in Wild- und Naturparks wie Cloudbridge Nature Reserve (Costa Rica), Lajuma Research (Südafrika), dem Mammal Research Institute (Polen), beim Cetacean Research Unit der Murdoch University (Australien) und an vielen anderen Orten.

Beispiele für Abschlussarbeiten

Wie vielfältig das Berufsfeld Wildlife Management ist, wird ersichtlich aus den unterschiedlichen Themen der Abschlussarbeiten. Einige Beispiele:

  • Forschungen zur Diversität wilder Bienen in Leeuwarden;
  • Forschungen nach dem Zusammenhang zwischen dem Gewicht von Organen und der Todesursache angespülter Schweinswale;
  • Forschungen zur Haremsstruktur und männlicher Hierarchie bei Mantelpavianen im Tierpark Amersfoort;
  • Forschungen im Auftrag des WWF zu Methoden zur Verminderung von Mensch-Eisbär-Konflikten;
  • Forschungen zu Kurzzeiteffekten ausgesetzter schwedischer Birkhühner (Tetrao tetrix) auf die Birkhuhnpopulation des niederländischen Nationalparks Sallandse Heuvelrug;
  • Forschungen zum Einfluss von Licht auf die Körperfarbe männlicher Buntbarsche;
  • Forschungen zur Zurückdrängung der Waldentstehung in halboffenem Gelände mithilfe von Beweidung und Brandrodung in Schweden;
  • Forschungen zur Lösung von Konflikten zwischen Elefanten und Landwirten in Tansania.

Berufliche Perspektiven nach dem Studium

Viele Absolventen finden Anstellungen, in denen technische Kenntnisse und Fertigkeiten des Wildlife Management mit z.B. mensch- und gesellschaftsbezogenen Aspekten kombiniert werden. Stellen im Wildlifesektor sind divers und erwartungsgemäß wird es aufgrund der wachsenden Bedeutung der Biodiversität noch einen Aufwärtstrend im Arbeitsmarkt geben. Die Möglichkeiten sind vielfältiger als man auf den ersten Blick vermutet.

Denke an die Biodiversität in der Stadt und Landwirtschaft; dies sind Bereiche, in denen es gute berufliche Chancen für Absolventen gibt. Es ist wichtig, um schon während des Studiums am professionellen Netzwerk zu arbeiten, sowohl durch Praktika als auch Volontärarbeit, der Teilnahme an Studientagen, Symposien und dergleichen. Konkrete Funktionen sind zum Beispiel Mitarbeiter in der Geländeverwaltung von Naturschutzgebieten (Natuurmonumenten), Verwaltungsmitarbeiter spezieller Tierbestände (z.B. in Zoos), Stadtökologe, ökologischer Sachbearbeiter bei Gemeinden und Provinzen oder Forscher bei NIOO, NIOZ oder SOVON. Anstellungen sind außerdem möglich bei internationalen Organisationen wie International Wildlife Services, dem Cheetah Conservation Fund und WWF, als Mitarbeiter Wildlife Management auf einer privaten Ranch oder bei der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA). Oder denke an Funktionen bei NGOs wie dem Vogelschutzbund, einem Säugetierverein, RAVON oder der Friese Milieu Federatie, bei kommerziellen Unternehmen wie ökologischen Beratungsbüros (Altenburg & Wymenga) und vielen anderen.